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#8 Die Schwelle & große kleine Nebenprojekte

28.09.2017

gelesen: Menschenwerk von Han Kang. Ihr Buch Die Vegetarierin, gewann letztes Jahr den prestigeträchtigen Man Booker Prize. Darin geht es um eine Frau, die aufhört Fleisch zu essen, was ihre Familie, die Menschen in ihrer Umgebung, die Gesellschaft nicht verstehen können. In Menschenwerk geht es um einen Aufstand in den 1980er gegen die südkoreanische Militärdiktatur – ich wusste praktisch gar nichts darüber, bevor ich dieses Buch angefangen habe. A shame. Zu Beginn ist es ein sehr unaufgeregtes Buch. Es erzählt sehr ruhig vom Tod vieler (junger) Menschen und ihrer Leichen – wo diese untergebracht werden können, in Turnhallen, in Gebäudefluren. Als jemand, der in Light That Flame und gerade in Burn That Wall viel über die Möglichkeiten von Widerstand und Regimewandel schreibt, geht mir dieser echte Fall von gescheiterter Rebellion zurzeit insbesondere nahe.

geschrieben: Den midpoint, die Mitte von Burn That Wall. Ich habe gestern den Punkt überschritten, den ich gern die Schwelle nenne: auf der einen Seite denke ich, während ich schreibe, ständig, dass nichts zusammenpasst, what am I even doing, does any of this make sense. Sobald ich die Schwelle überschritten habe, merke ich, wie alles zusammengehört. Das bedeutet oft, dass die erste Hälfte noch größere Überarbeitungen benötigt, aber das Gefühl ist magisch.

unterschrieben: die Liste der zugelassenen Studierenden für die Romanwerkstatt der Universität Bonn im Wintersemester. Ich kann es kaum abwarten.

gelernt: In der Belletristik reagieren die Verlage wesentlich schneller auf Manuskripte als in der Kinder- und Jugendliteratur. Ein kleines (großes) Nebenprojekt von mir. Daumen drücken!

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