Author: Christine Elizabeth Bernard

#10: Mr H Potter, das Ende von Rea, 180 Meter

06.11.2017 gelesen: The Lies of Locke Lamora, eine wunderbare Empfehlung einer Freundin. Außerdem Harry Potter und der Stein der Weisen. Es wurde einfach mal wieder Zeit. M. H. Potter, Im Schrank unter der Treppe, Ligusterweg … geschrieben: Das Ende von https://www.randomhouse.de/Paperback/Palace-of-Glass-Die-Waechterin/C.-E.-Bernard/Penhaligon/e520263.rhd, dem dritten und letzten Band in Reas Trilogie. Als ich das letzte Wort der ersten Fassung schrieb (gerade überarbeite ich, bevor es an den Verlag geht), erlebte ich einen magischen Moment des Stolzes und der Erleichterung. Davor war immer irgendetwas gewesen – als ich den ersten Band fertig geschrieben hatte, hieß es, eine Agentin zu finden. Als ich eine Agentin gefunden hatte, hieß es, einen Verlag zu finden. Als ich einen Verlag gefunden hatte, hieß es Band 2 zu schreiben. Und als ich den geschrieben hatte, war es Zeit für Band 3. Erst, als ich das letzte Wort von Band 3 schrieb, ist mir klargeworden, dass diese Bücher wirklich veröffentlicht werden. Dass sie im Buchhandel liegen und sie Menschen lesen werden, die ich gar nicht kenne. Jetzt kann alles passieren. Ich bin immer noch …

#9 Frankfurter Buchmesse

11.10.2017 gelesen: alle Literaturbeilagen, derer ich auf der Frankfurter Buchmesse habhaft werden konnte. Endlich auch Die Hauptstadt von Robert Menasse, das am Montag mit dem Deutschen Buchpreis 2017 ausgezeichnet wurde. Außerdem unzählige Visitenkarten. Warum sind sie bloß so klein und brauche ich eine stärkere Brille? geschrieben: Die letzte Überarbeitung von Light That Flame, das nun in die Übersetzung gehen kann, nachdem meine exzellenten Lektorinnen ihm die Form gegeben haben, die die LeserInnen verdienen. Dabei habe ich noch einmal viele der Szene zwischen Robin und Rea gelesen, die mir mehr denn je gefallen. Alles wird komplizierter, so wie es mit der Liebe eben ist. Der spannende Teil kommt erst nach dem vermeintlichen Happy End. unterschrieben: sechs Bewirtungsbelege gelernt: Die Frankfurter Buchmesse ist als Besucher ein einziges Vergnügen. Jeder, der im deutschen Literaturbetrieb einen Namen hat, ist zugegen und umsonst auf Veranstaltungen zu sehen. Uwe Timm, Daniel Kehlmann, Theresia Enzensberger, Per Molander, Helge Malchow, Ilija Trojanow, Iris Radiesch, Mariana Leky, Jo Lendle, Sabine Kramer, Isabelle Bogdan, Salman Rushdie … Genug name-dropping-Material für den Rest des Jahres. Warum …

#8 Die Schwelle & große kleine Nebenprojekte

28.09.2017 gelesen: Menschenwerk von Han Kang. Ihr Buch Die Vegetarierin, gewann letztes Jahr den prestigeträchtigen Man Booker Prize. Darin geht es um eine Frau, die aufhört Fleisch zu essen, was ihre Familie, die Menschen in ihrer Umgebung, die Gesellschaft nicht verstehen können. In Menschenwerk geht es um einen Aufstand in den 1980er gegen die südkoreanische Militärdiktatur – ich wusste praktisch gar nichts darüber, bevor ich dieses Buch angefangen habe. A shame. Zu Beginn ist es ein sehr unaufgeregtes Buch. Es erzählt sehr ruhig vom Tod vieler (junger) Menschen und ihrer Leichen – wo diese untergebracht werden können, in Turnhallen, in Gebäudefluren. Als jemand, der in Light That Flame und gerade in Burn That Wall viel über die Möglichkeiten von Widerstand und Regimewandel schreibt, geht mir dieser echte Fall von gescheiterter Rebellion zurzeit insbesondere nahe. geschrieben: Den midpoint, die Mitte von Burn That Wall. Ich habe gestern den Punkt überschritten, den ich gern die Schwelle nenne: auf der einen Seite denke ich, während ich schreibe, ständig, dass nichts zusammenpasst, what am I even doing, does any …

#7: Gewalt, Genres, #makingyourcharacterssuffer

20.09.2017 gelesen: Im Herzen der Gewalt von Édouard Louis. Sein gefeiertes Debüt, Das Ende von Eddy, habe ich an mir vorbeiziehen lassen, da ich nicht der größte Fan von autofiction bin. Aber dann nahm ich in der wunderbaren Ossietzky Buchhandlung in Flensburg ein Buch in die Hand: der Umschlag faszinierte mich, die erste Seite war meisterhaft (brillant übersetzt von Hinrich Schmidt-Henkel). Erst eine mitreisende Freundin machte mich darauf aufmerksam, dass es von Édouard Louis ist. Wieder einmal stellt sich heraus: Don’t judge a book by its genre. Es geht im Herzen der Gewalt auch um – wer hätte das gedacht – Gewalt, ein Thema, mit dem ich mich bei Burn That Wall viel auseinandersetze. Gerade in YA/Fantasy Büchern gibt es viel Gewalt, ohne, dass es immer reflektiert wird. Gewalt wird oft noch als etwas Heroisches dargestellt. geschrieben: Den letzten polish von der Serie, an der ich zur Zeit für ITV arbeite. Endlich nimmt es Form an. Außerdem natürlich mehr Burn That Wall. Endlich wieder zurück in London. So sehr ich das Paris und Berlin dieser …

#6 Klassiker, Berlin, Lesung!

13.09.2017 durchgelesen: THE POWER von Naomi Alderman. A classic in the making! Was für ein umwerfendes Buch. Gerade in dem Moment, als ich glaubte, sie würde die Spannung nicht halten können, hat sie genau den richtigen Dreh gemacht und Tunde und Roxy zusammengeführt. Hat mich wieder daran erinnert, warum ich Dystopien so verehre. Und hilft mir sehr bei der Arbeit an Burn That Wall. Dystopian London, here we come. geschrieben: So viel Burn That Wall. Es ist beinahe Zeit, Berlin Auf Wiedersehen zu sagen, was mich sehr traurig macht. Es ist eine tolle Welt! unterschrieben: eine Abrechnung für einen Lehrauftrag. Ich freue mich darauf, wenn die Romanwerkstatt an der Uni Bonn im Oktober wieder losgeht. Meine Studierenden fehlen mir. gelernt: Debütautoren werden vielleicht doch auf Lesungen eingeladen. Ganz vielleicht. Warum ein Tagebuch? | Alle Einträge: tagebuch im blog

#5 20er, E-Mails, Cover (fast!)

30.08.2017 gelesen: The Other Typist von Suzanne Rindell. Ich will mir das Buch schon seit Jahren kaufen, aber es fiel mir immer nur auf Deutsch in die Hände, und die Erzählstimme ist auf Englisch einfach zu schön. Jetzt habe ich endlich in London bei Gay’s the Word zugegriffen. Irgendwo zwischen einem Thriller und einer Liebesgeschichte im New York der 1920er. Alles, was ich mag. Nicht umsonst orientiert sich die Welt des dritten Bandes von Touch That Fire an den Goldenen Zwanzigern in Berlin. Nur mit mehr Elektro. geschrieben: Neben Burn That Wall: sehr viele E-Mails. Früher habe ich nicht verstanden, warum meine Mutter stundenlang über Papierkram saß. Jetzt weiß ich genau, was sie gemacht hat. Hätte darauf verzichten können. unterschrieben: eine Rechnung. Immer ein gutes Gefühl. gelernt: wie die Buchcover aussehen werden! Ich bin hingerissen. Ich kann es kaum abwarten, bis wir sie veröffentlichen dürfen! Warum ein Tagebuch? | Alle Einträge: tagebuch im blog

#4: Power, Korrekturen, Tsundoku

23.08.2017 gelesen: Mehr von THE POWER von Naomi Alderman. Bin auf Seite 60 und inzwischen hellauf begeistert. What a global scope! Und ein geniales Gedankenexperiment. Die These, dass Männer das „starke“ Geschlecht sind, weil sie wortwörtlich das körperlich stärkere Geschlecht sind, ist unfassbar faszinierend. Spannend ist auch, wie sehr Alderman ihre Prämisse mit Religion verknüpft (es entsteht in den USA eine neue Version des Christentums). Das ist eine Perspektive, die ich praktisch nie einnehme, ich säkularisierter Städter. geschrieben: die Korrektur von LIGHT THAT FLAME, Band II von TOUCH THAT FIRE. Ich will Band III nicht vorausgreifen, aber ich glaube, mit LIGHT THAT FLAME meinen Lieblingsband geschrieben zu haben (of course you have favourite kids). Zum Glück glaubt meine Lektorin das offenbar bisher auch. Es war nicht so viel zu tun wie beim ersten Band. unterschrieben: einen Agenturvertrag. Hardman & Swainson, ihr seid die Größten! gelernt: das japanische Wort dafür, Bücher zu kaufen und sie ungelesen auf den Bücherstapel zu lesen: Tsundoku (danke, LOST IN TRANSLATION – erschienen bei Dumont) Warum ein Tagebuch? | Alle Einträge: …

Mentoring

Seit der Unterzeichnung meines Buchvertrags ist es mir ein großes Anliegen, andere junge Autoren zu unterstützen. Deshalb die Tweets von einem jungen Dichter. Schon seit 2014 lehre ich die Romanwerkstatt an der Universität Bonn, die allen Studierenden offensteht, und bin seit 2015 Jurorin des Jugendliteraturpreises der Stadt Recklinghausen. Zur Zeit arbeite ich an einem Mentoratsprogramm, hinter dem die Idee steckt, dass es jungen Autoren vor allen Dingen an einem fehlt: anderen Autoren. Oder Fachleuten aus der Verlagsbranche. Oder Buchhändlern. Mentoren eben. Nicht jeden führt ein Studium zum Schriftsteller. Wen diese Idee ebenfalls reizt: Ich würde mich sehr freuen, davon zu hören! Auf der Fotografie: v. l. n. r. Tobias Miebach, Nina Rheinheimer und Michél Schüler beim KulturCampus Bonn © Paul Meixner/Ronny Bittner/Samuel Francis Johnson